Wichtig erscheint mir, dass das Papier die aktuelle Diskussion über die Dimensionen einer Medienbildung prägnant zusammenführt und fokussiert (und damit zugleich eine Abkehr vom Begriff der Medienkompetenz impliziert, wie sie m.E. etwa in der Schweiz schon seit längerem zu beobachten ist). Medienbildung wird als Voraussetzung und Chance für Artikulation und Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation beschrieben und als Querschnittsaufgabe, die alle Lehr-Lerninhalte und Bildungssektoren betreffen. Medienbildung inkludiert dabei sowohl die instrumentelle Nutzung von Medien zur Aneignung von Welt-(wissen) als auch den Beitrag von Medien zur Identitätsbildung.
Zugleich stellt sich die Frage nach den Ansatzpunkten für "mehr" Medienbildung. So einig man sich in der Diskussion über die Notwendigkeit von Medienbildung sein mag, so divergent sind m.E. die genannten Vorschläge für Umsetzungsperspektiven: Müssen nochmals alle Schul-Curricula überarbeitet werden im Hinblick auf IT/-Medienthemen? Brauchen wir ausgearbeitete Bildungsstandards für Medien in allen Schulformen und -stufen? Müssen wir alle Lehrkräfte schulen, die universitären Lehramtscurricula reformieren? Geht es um Schulentwicklung und Veränderungsmanagement? Geht es nicht auch um Gebäude, Ausstattung und Infrastruktur? Braucht es einfach ein Portal, um best-practice sichtbar zu machen? Aber was, bitte, ist best-practice? Da schwirrte einem schnell der Kopf in der Diskussion.
Herr Vogel brachte es auf den Punkt: Wir müssen momentan das Bewusstsein schärfen, dass hier überhaupt ein Problem vorliegt. Wir müssen dazu beitragen, dass die Relevanz dieser Themen in der öffentlichen Diskussion weiter aktuell gehalten wird. Es gibt genügend Hinweise, dass die Bedeutung der in dem Papier beschriebenen Position überhaupt nicht hinreichend wahrgenommen wird - in Fachgesellschaften, Verbänden, Ministerien, Meinungsträgern. Es bleibt also genug zu tun.
s.a. Schavan: "Medienbildung ist unverzichtbar"



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