Mir fielen wieder die vielen Bände des Programms QUEM ein, in denen u.a. der Weg bereitet wurde für das Konstrukt der "Kompetenzentwicklung" (statt Qualifikation), die kritischen und heftig diskutierten Publikationen des bereits verstorbenen Bochumer Kollegen Staudt zu Effekten von Weiterbildung. In dieser Diskussion tauchte der Begriff der "lernförderlichen Infrastrukturen" auf, das auch auf traditionelle CBTs einen anderen Blick erlaubte, es wurde über das Lernen im Prozess der Arbeit nachgedacht und die Bedeutung informellen Lernens erstmals systematisch reflektiert.
In Berlin wurde mir schlagartig der Bogen klar, der sich von dieser Diskussion zu den aktuellen Überlegungen zu Web 2.0 spannen lässt. Denn mit Web 2.0 können wir an diese Überlegungen gut anknüpfen. Mit Web 2.0 entsteht eine bottom-up Bewegung, in der Wissensaustausch und -kommunikation peer - to - peer verläuft und informelles Lernen in Organisationen wesentlich unterstützt werden kann. Ich denke, es könnte hilfreich sein, die "alten" QUEM-Bände rauszusuchen, um die Argumentation zu schärfen und die im Grunde sehr viel weiter reichenden Implikationen für die Bildungsarbeit aufzuarbeiten.
Interessant auch, die übereinstimmende Kritik unter Kollegen an den "Weiterbildungsstatistiken": Sie dienen eher der politischen Rechtfertigung und tradieren Vorstellungen von Weiterbildung, die im Grunde festhalten an Formen institutionalisierten Lernens und hilflos vor den aktuellen Herausforderungen des lebensbegleitenden Lernens stehen, wie dem informellen Lernen, den diese Statistiken nicht mehr abbilden können. Dennoch: Kennen sollte man diese Statistiken sicherlich ...
Abendveranstaltung im Museum für Kommunikation, Berlin (mit Verabschiedung von Herrn Dr. Vogel, BMBF)



1 Kommentare:
Das Weiterbildungsberichtssystem (WBS) ist Spiegelbild einer nicht mehr zukunftsfähigen Sicht von Weiterlernen, das immer wichtiger wird.
In Deutschland ist Weiterlernen zu Weiterbildung verengt worden, dies richtet Schaden für den Standort Deutschland und seine Innovationsfähigkeit an. Reform zu Lernkulturen und neue Formen der Berichterstattung über die Kompetenzentwicklung und die Teilbereiche Lernen in der Arbeit, Lernen im sozialen Umfeld und Lernen in Einrichtungen sind notwendig
Grüße
Sauer
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