17. Juni 2009

Youtube für die Bildung?

Auf YouTube findet man Videos, die auch für die Lehre interessant sind. In unserem YouTube-Kanal youtube.com/mediendidaktik finden sich Playlists für den Einsatz in der Lehre. Erstaunlich einfach umzusetzen, finde ich, und eine durchaus alltagstaugliche Lösung, mit der Lehrende Materialien für ihren Unterricht in Schule und Hochschule zusammenstellen können.

Problematisch ist etwa die reguläre Beschränkung auf 10 Minuten Länge eines Video, was dazu führt, dass Videos in Clips unterteilt werden müssen. In Schulen erscheint mir möglicherweise problematisch, einen Link zu empfehlen, wenn die Schule die Website zugleich sperrt, wie öfters anzutreffen.

Dennoch: Eine kritisch Masse an Videos, die ich für meine Lehre nutzen kann, habe ich bislang nur auf Youtube gefunden. Und auch dort muss ich länger suchen. Der Kanal EduTube, der von Youtube selbst unter der Kategorie: Bildung selbst eingerichtet wurde, ist dabei (für mich) keine große Hilfe.

Edutube.org schließlich ist eine (von Youtube unabhängige) Plattform (unter Drupal), die Links auf didaktisch interessante (im Wesentlichen) Youtube-Videos sammelt und systematisiert. Allerdings bin ich auch dort nicht gerade überwältigt von der Fülle des Materials.

Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Versuchen, Plattformen gezielt für Hochschulen oder Schulen aufzubauen, aber insgesamt fehlt ihnen bislang vielfach hinreichend Material. Als Publikationsplattform gefällt mir besonders vimeo, doch auch dort: wenig Content für (meine) Lehre. Andere Beispiele für den Bildungsbereich sind: TeacherTube (s. Bericht) oder Annenberg Media .

Das IWF Wissen und Medien früher: Institut für wissenschaftlichen Film in Göttingen, das sich als nationales Zentrum für die Produktion und Distribution von wissenschaftlichen Medien zu etablieren versucht hatte, wird nach einer negativen Evaluation durch den Wissenschaftsrat jedenfalls 2010 geschlossen. (Natur-) Wissenschaft findet man heute etwa im Videochannel der DFG (s. sogar: Videoportal zur Exzellenzinitiative) oder bei sciviee . Fündig werden kann man auch auf einer Reihe von Dokumentenserver einzelner Unis, s. Karlsruhe , UDE ), hier fehlt mir ein hochschulübergreifender Crawler, der solche Archive zusammenführt und die lokalen Bestände übergreifend recherchierbar macht, oder gibt es den bereits?

Ich bin mir sicher, dass das Videoformat auch für den Bildungssektor in den nächsten Monaten an Bedeutung zunehmen wird. Aber wird Youtube die Plattform dafür sein?

3 Kommentare:

Mandy Schiefner hat gesagt…

Aber auch Fernsehsender widmen sich zunehmend dem Thema Bildung mit eigenen Websites (allerdings wohl meist für Schulen interessant, weniger für Hochschulen), zum Beispiel http://lexi-tv.de/ des mdr oder http://www.sf.tv/sfwissen/index.php des Schweizer Fernsehens. Ich denke, da wird sich (nicht zuletzt auch dank dem Podcasting) noch einiges ändern.

Peter Suter hat gesagt…

Neben der Verwendung von YouTube-Filmen als Lehrfilms zu einem bestimmten Unterrichtsthema, haben wir an der PHZH gute Erfahrungen mit dem folgenden Vorgehen gemacht: Schüler/innen, Lehrpersonen oder Studierende erstellen zu einer bestimmten Thematik selbst eine Film oder Trickfilm, welcher dann auf YouTube publiziert wird. Dabei werden in einer lustvollen Atmosphäre Themen wie Datenschutz, Urheberrecht, Sicherheit oder Wirkung von Medien plötzlich wichtig. Die Zielgruppe ist motiviert sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und übt nebenbei noch weitere Medien- und Sozialkompetenzen.

Daniel Konrath hat gesagt…

@Kerres: Danke für den Link auf unsere Seite, leider haben wir dank eines bei Wordpress andauernden Bug keinen Trackback erhalten... Schade!

Youtube und die ganzen Videoportale sind natürlich urheberrechtlich hoch interessant,
der ganze Diskurs um die schulische Vorführung von Fernsehmitschnitten wird hier in meinen Augen nur auf die Schiene User Generated Content geschoben - der Forenbetreiber haftet?

Juristisch ist der Einsatz mitunter heikel, praktisch möchte ich bei meinen Medienschulungen mit Studenten selbst nicht mehr drauf verzichten... Nicht zuletzt die zahlreichen öffentlich-rechtlichen Features die sich beispielsweise bei Youtube finden sind klasse. Auch ist das ganze (noch?) schwer zu sanktionieren.

Aber gewiss ist hier noch ein Klärungsbedarf bevor solche Mainstream Videoplattformen für den Unterricht im großen Stil genutzt werden.

@Peter Suter: gelungener Ansatz!

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