Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag von Michail Bletsas, Direktor vom MIT MediaLab. Er stellte das OLPC - Projekt nüchtern und reflektiert vor, seine Wurzeln, Hürden und Fehler. Mir war nicht bewusst, wie weitreichend die soft- und hardwaretechnischen Innovationen des Projektes sind (, an denen sich das Projekt letztlich fast verhoben hat.)
Eine Frage, die mich auf der Reise nach Hause beschäftigt: Wird da ein Bruch sichtbar zwischen den Erlebniswelten unterschiedlicher Gruppen (nur zum Teil beschreibbar als: eine "jüngere" und "ältere" Generation)? Manche nähern sich dem Thema Web 2.0 recht distanziert, während Andere weit in diese Welt eingetaucht sind. Dabei sind die "aktiven User" keineswegs "unkritisch", sie bewegen sich einfach selbstverständlich in der Welt. Durch Diskurse in der Blgosphäre, Barcamps und andere Formate hat sich in dieser Welt ein Disskussionsstand entwickelt, der für die mittlerweile etablierte E-Learning Szene, so mein Eindruck, in Teilen manchmal schwer nachvollziehbar ist. Dabei bewegt sich "diese Welt" rasant, mit Implikationen, die weit über E-Learning hinausreichen. Und mir ist erneut klar geworden, wie unbeholfen sich manchmal Forschung hierzu verhält.
Bei Web 2.0 geht es nur am Rande um bestimmte (in der Regel: technisch wenig neue) Tools und ich kann auch keine neuen "Web 2.0-Methoden" erkennen. Web 2.0, sicher ein "fuzzy" Schlagwort, impliziert für mich im Wesentlichen bestimmte Formen der Wissensproduktion, -distribution und -kommunikation (user generated content, cloud computing, open wikis etc.). Und die Erwartung wächst, dass sich in einer Medientagung dies thematisch und auch in ihrer Anlage stärker niderschlagen könnte. Für die nächste GMW in Zürich und DeLFI in Duisburg keine einfache Herausforderung.
Mir hat die Kombination von GMW- und DeLFI - Tagung gut gefallen, auch weil sie unterschiedliche Zielgruppen zusammenführt. Aber genau deswegen erscheint es mir sinnvoll, wenn nächstes Jahr die DeLFI 2010 in Duisburg wieder gemeinsam mit der GI-Tagung "Mensch und Computer" durchgeführt wird, bei der dann die informatische Perpsektive stärker im Vordergrund steht.



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