Wieder neigt sich ein Semester und die Vorlesungszeit dem Ende entgegen. In der, in dieser Form für mich neuen Pflichtvorlesung "Lernen mit Medien" im BA-Bildungswissenschaft (5. Semester) wollte ich nicht nur über Medien reden, sondern auch Hands-On mit Medien lehren: Online-Vorlesungen (mit Adobe Presenter erstellt) wechseln mit Präsenz-Terminen; Vertiefungstexte, Übungsaufgaben, Schlagwortlisten und "typische Klausuraufgaben" finden sich auf der Begleit-Website.
Der Semesteranfang war nicht einfach, er war geprägt von den Protesten gegen Bologna ganz allgemein und dem Frust über eine hohe Durchfallquote bei einer früheren Klausur. Nur langsam, so mein Eindruck, konnte ich Interesse und Neugier für das Thema wecken. Mit den Ergebnissen der Studierendenbefragung bin ich zufrieden (s.u.). Ganz überwiegend positiv bewertet werden die Online-Elemente, die am Anfang wenig geschätzt wurden. Ein Kritikpunkt lautete, dass sich die Online-Vorlesung nicht "ausdrucken" lässt, was irgendwie in der Natur von Audiofiles liegt.
Überlegen will ich, wie ich die Online- und Präsenz-Elemente weiter verzahne. Einerseits darf ich in dem Präsenz-Termin nicht die Online-Elemente einfach "wiederholen" - sonst entwerte ich diese. Andererseits muss ich auf diese Bezug nehmen und, vor allem, die schwierigen Sachverhalte, etwa mit Beispielen erläutern.
Ein Fazit: Erstaunt haben mich die geringen Vorkenntnisse der Teilnehmenden und wie hoch sie den Arbeitsaufwand für die Vorlesung einschätzen. Dies ist keine Kritik an den Studierenden, sondern die Erkenntniss: Ich muss mich auf diese - im Grunde neue - Lehrsituation einstellen. Bisher habe ich eine Vorlesung an Unis überwiegend für Stud. gemacht, die sich bewusst für die Veranstaltung "entschieden" haben. Nun muss ich - wie das in anderen Fächern ja schon lange Tradition ist - ein Format finden, wie ich eine GROSSE Gruppe von Stud. bewältige, und wie ich dabei grundlegende Fakten und Konzepte vermittle, gute Anwendungsbeispiele präsentiere, um Transfer zu unterstützen, Fertigkeiten im Umgang mit Konzepten sowie Fertigkeiten im Umgang mit Medien vermittle und auch noch Interesse für das Thema "Lernen mit Medien" wecke.
Mein Eindruck ist, dass jetzt der große Teil der Studierenden die Grundlagen der (Medien-) Didaktik kennen (auch wenn sie es nicht wirklich wollten)! Und im nächsten Semester können wir hierauf aufbauend in Projekten arbeiten. Die Herausforderung lautet für den Lehrstuhl nun, wie man für 100 Stud. Projektarbeit didaktisch sinnvoll organisiert. Wir haben dafür aber immerhin schon mal ein (medien-) didaktisches Konzept...
Hier ein Teil der Befragungsergenisse:



1 Kommentare:
Bei mir gab es in der Evaluation ähnliche Ergebnisse. Allerdings hat ein Teil der Studierenden bemängelt, dass zu viel Grundlagen vermittelt wurden, ein anderer Teil wollte lieber mehr Basiswissen im Seminar behandeln. Die Zielgruppe ist ziemlich heterogen.
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