11. Februar 2010

Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule: Wie?

"Neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Schule" scheint mir momentan ein Thema, das an Aufmerksamkeit gewinnt. Im Schülerkolleg Pädagogik arbeiten wir mit Schulen der Region zusammen, um Schüler/innen an methodisches Arbeiten in der empirischen Sozialforschung zu einem - selbst gewählten - Thema zu "Unser Umgang mit Medien" heranzuführen. Das Vorhaben wird gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Programms Denkwerk. Zentral ist der Nutzen für die Schüler/innen und die Schule in der "aktiven Teilhabe an Forschung", auch mit dem Ziel einer Orienterung für die eigene Studienfachwahl.

Ein ähnliches Programm legt das österreichische Wissenschaftsministerium mit Sparkling Science auf. Auch hier arbeiten Hochschulen und Schulen zusammen an einem Forschungsprojekt - entweder aus der Wissenschaft (Förderlinie 1) oder aus der Schule (Förderlinie 2) motiviert. Im Vordergrund steht jedoch die "Nachwuchsförderung". Es gilt, so die Ministerin, die schlauen Kleinen an "echte" Forschung heranzuführen: Die "Forschungsprojekte sollen relevante Beiträge zu aktuellen Forschungsaktivitäten liefern." Gefordert ist, dass "die Beiträge der SchülerInnen wissenschaftsmethodisch so sauber eingearbeitet werden, dass die Projektergebnisse den gültigen wissenschaftlichen Qualitätsstandards entsprechen." Es werden Forschungsprämien von bis zu 5.000 bzw. 170.000 Euro pro Projekt ausgeschüttet. Der Status des Programms ist beachtlich: "Bereits jetzt forschen im Rahmen von „Sparkling Science“ über 13.000 Schüler/innen gemeinsam mit 600 Lehrer/innen und 380 Wissenschafter/innen und Nachwuchswissenschafter/innen." Und die Projekte sind medial sehr gut dokumentiert.

Für mich bleibt die Frage des Rollenverständnisses der beteiligten Institutionen und Personen, des - realistisch einlösbaren bzw. pädagogisch sinnvollen - Zielhorizontes und der Konzeption der Zusammenarbeit von Schule und Hochschule: "Denkwerk" betont die Rolle der Schüler/innen als Lernende - in der Teilhabe an Forschung; die Qualität des Lernprozesses - und nicht das Forschungsergebnis - steht im Vordergrund. Der Ansatz des österreichischen Wiss.ministeriums betont die Qualtät des Forschungsergebnisses und verweist auf Präsentationen von Schüler/innen auf internationalen Tagungen. Hier wäre eine systematische Analyse möglicher Modelle der Zusammenarbeit von Schule und Hochschule und ihrer pädagogischen Implikationen für die Beteiligten sicher eine interessante - wiederum wissenschaftliche - Fragestellung.

(Aber vielleicht ist es viel vordergründiger und das Vorgehen wurde in Österreich einfach deswegen gewählt, weil ein Wissenschaftsministerium - in Abgrenzung zum Schulministerium - eben "echte" Wissenschaft fördern muss...)

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Ihre Anmerkungen oder Kommentare! Sie werden nach Freischaltung durch einen Administrator veröffentlicht.