16. April 2010

Medienkompetenz für die Bildungswissenschaft

Im Bachelor Bildungswissenschaft betreut der Lehrstuhl das Modul 10 Mediendidaktik. Das Modul umfasst Veranstaltungen im 5.+6. Semester und besteht aus den Pflichtteilen:
  • 10.1 Vorlesung: Lernen mit Medien (Klausur)
  • 10.2 Seminar (unbenotete Lernaufgaben)
  • 10.3 Medienprojekt (Medienprodukt mit Doku)
Die Workload des Moduls umfasst 450 Lernstunden - davon 330 Stunden im Selbststudium - und somit 15 Leistungspunkte. Der Modulaufbau ist zunächst nicht sonderlich bemerkenswert. Die Umsetzung als Pflichtprogramm für eine Semesterstärke von mind. 100 Studierende ist für mich jedoch Neuland. Im letzten Semester hatte ich bereits das Format einer Vorlesung mit FTF- und Online-Elementen (E-Lectures: Beispiel) erfolgreich eingeführt. Mit den Adobe Presenter Aufzeichnungen und weiteren Lernmaterialien (auf unserem Drupal-LMS) war eine gute Grundlage für die Selbststudienphase gegeben; mit den Klausurergebnissen des letzten Semesters bin ich "im Ganzen" recht zufrieden gewesen. Heute haben wir - nach einem Testlauf im letzten Semester - mit dem Medienprojekt angefangen. Wie aber organisiert man eine Veranstaltung "Medienprojekt" für einhundert Studierende? Unsere Lösung(sversuch): Am Freitag Vormittag gibt es ein Plenum "für alle". Dort erläuterte ich wesentliche Schritte bei der Planung eines (Bildungs-) Medienprojektes: Zielgruppenanalyse, Spezifikation von Zielen, etc. Zugleich werden ausgewählte Werkzeuge erläutert, die bei der Medienproduktion zum Einsatz kommen können. Am Freitag Nachmittag geht es dann in 10 parallele Arbeitsgruppen mit unterschiedlichem inhaltlichen Fokus und mit Verstärkung durch externe Lehrbeauftragte. Alle Projekte werden bestimmte Meilensteine bearbeiten, die dann wiederum im Plenum vorgestellt werden.
Über unsere Erfahrungen werde ich berichten: Eigentlich bin ich recht guter Dinge, nicht zuletzt auch durch die Verstärkung durch Lehrbeauftragte. Auf diese Weise können wir tatsächlich einer großen Gruppe von Studierenden der Bildungswissenschaft das Medienthema nahe bringen und zwar in der Breite (nicht unbedingt in der Tiefe!) der erforderlichen Kompetenzen: Kentnisse und Fertigkeiten sowohl im Umgang mit theoretischen Konstrukten als auch in deren Anwendung in der Entwicklung mediengestützter Lernangebote. Ich meine, es wäre gut, solche Inhalte in jedem bildungswiss. Studiengang zu sehen.

1 Kommentare:

Debora Weber-Wulff hat gesagt…

"Wie aber organisiert man eine Veranstaltung 'Medienprojekt' für einhundert Studierende?"

Sehr ähnlich wie man so was für die Softwaretechnik organisiert. Die SEUH Workshops (Software Engineering im Unterricht der Hochschulen) haben immer wieder darüber berichtet. Spitzenreiter ist Dortmund, der durchaus 400 Leute im Projektkurs bewältigen muss...

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