Die Zeitschrift für Erziehungswissenschaft hat ein Themenheft (März 2010) veröffentlicht zu Transferforschung im Bildungsbereich. In verschiedenen Beiträgen wird ein alternativer Zugang bildungswissenschaftlicher Forschung - jenseits der traditionellen empirischen Bildungsforschung - diskutiert. Prenzel verfolgt dabei eine Perspektive, die vom "Transfer" und der "Anwendung" von Forschung "in die Praxis" ausgeht und über "Begleitforschung" von Innovationsvorhaben spricht. Eine empirische Auswertung solcher Modellversuchsvorhaben stellen Nickolaus u.a. vor. Dabei zeigt die Auswertung, dass erfolgreiche Modellversuche wesentlich mehr "in das Feld" hinwirken, als die Vorhaben nur zu "begleiten".
Die Hintergründe dieser, bereits seit längerem international geführten Kontroverse hatten bereits Fischer u.a., ebenfalls in der ZfE in einem Beitrag aufgezeigt. Cornelia Gräsel kontrastiert im vorliegenden Heft die verschiedenen, vorliegenden Lösungsansätze. Der Beitrag des Nürnberger Kollegen Einsiedler - für mich am interessantesten - spitzt die Problematik möglicher "Entwicklungsforschung" nochmals zu und bezieht dabei auch die Vorschläge von Reinmann / Kahlert (s. Nutzen wird vertagt) zu einer pragmatischen Unterrichtsforschung ein. Er kommt zu einem Raster für Entwicklungsforschung in der Didaktik, mit dem sich (die weitere Diskussion über) Forschungsstrategien m.E. gut strukturieren lässt.
Vielleicht wird dieses Heft der ZfH einmal als Wendepunkt in der bildungswissenschaftlichen Forschung im deutschsprachigen Raum referenziert werden. (Ok: #Wunschdenken)



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