Die Einführung von sogenannten Career Services, Mentoring-Programmen und einem Qualitätsmanagement sei in einer Bildungseinrichtung „völlig überflüssig“, sagte der Präsident der Hamburger Universität weiter. „Gebildete Menschen brauchen weder sozialpädagogische Betreuung noch brauchen sie Coaches und Ratschläge … und schon gar nicht brauchen sie ein Qualitätsmanagementsystem.“ In einer Bildungseinrichtung sei Qualität eine Frage der Ehre und nicht des Managements.
Da darf man auf die Entwicklung in Hamburg gespannt sein :-)



5 Kommentare:
Oje. Mit dem Vertrauen auf Professors "Ehre" ist man sicher genauso verraten und verkauft wie mit den schlechten Qualitäts-Kontrollinstrumenten via "Bildungsmonitoring". Kontrolle wird auf jeden Fall gebraucht. Demokratische.
Und auch gebildete Menschen können Coaches und Ratschläge gebrauchen. Grad die können nämlich die richtigen Ratgeber auswählen und mit den Ratschlägen was anfangen.
Für einen guten Unipräsi zu arrogant würd ich mal sagen.
Da ist sicher was dran, wenn man sich von der Selbst-Immunisierung (jede Kritik ist halt ein Fehler der im KVP aufgelöst wird) des QM abhebt - man google nur mal nach was Kritischem - und wahrnimmt, wie viel Ressourcen momentan von Autoritäten mit einem kuriosen technischen Allmachtsanspruch ("da machen wir halt eine Befragung/Fragebogen") vertan werden, um nicht Güte, sondern Unmengen voll Arbeitszeit und Papier zu vergeuden - Ansonsten neige ich schon auch zur Beurteilung, dass gute Bildung nicht eingentlich beratungsresistent machen sollte, aber im Schnitt eine Lebenstüchtigkeit impliziert.
Auf der eine Seite würde ich die genannten Support-Angebot für Wissenschaftler/innen als durchaus sehr wichtig einschätzen. Auf der anderern Seite kann eine Uni einen Euro nur einmal ausgaben. Insofern muss überlegt werden, welche Angebote wirklich wichtig und richtig sind. In den letzten Jahren lässt sich an vielen Unis ein deutlicher Anstieg entsprechender Support-Angebote beobachten. Schwierig zu entscheiden, wie viel Support und Q-Management hier tatsächlich angemessen ist, weil der Euro hierfür wird der "unmittelbaren" Investition in Forschung und Lehre ja "entzogen".
Na, das ist doch mal ein provokatives Statement! ;-) Da hört man ja wenigstens mal zu!! Also, wenn ich ehrlich bin, dann geht mir der Marketing-Quatsch (oft ausgeführt von Leuten, die einfach so gar keine Ahnung haben und sich selbst am meisten an ihren Faltblättern und sonstigen Produkten erfreuen) an den Unis schon lange gehörig auf die Nerven. Von dieser Warte aus betrachtet, erzeugt Lezens Aussagen bei mir ein zustimmendes Lächeln. Allerdings habe ich mir gerade jetzt erst beim Uni-Wechsel schon oft gedacht, warum man z.B. bei Berufungen nicht viel mehr kompetente Untertstützung erhält ebenso wie beim Einfinden in eine neue Uni. Man wäre ja schon über ein vernünftiges Informationsmanagementsystem dankbar, aber ein leibhaftiger Absprechpartner, der einem über alle Feinheiten z.B. in der Verwaltung aufklärt, wäre natürlich noch besser - kombiniert wäres perfekt. Was da an Zeit verloren geht, weil man sich alle Infos wie die Ostereier zusammensuchen muss und dann auch noch einige faule Eier dabei sind ... das ist ein Missstand und da wäre ein effizientes Management schon wünschenswert - was überhaupt für die ganze Verwaltung gilt. Einen Coach für mein seelisches Gleichgewicht dagegen brauche ich nicht - auch keine permanenten Genderprogramme, die bisweilen schon selbst diskriminierenden Charakter annehmen. Da denke ich mir auch: Verwendet das Geld besser für Dinge, die wir wirklich brauchen!
Gabi
@Gabi Reinmann Dabei ist es gar nicht so einfach rauszukriegen, was denn nun wirklich "wichtig" ist und was nur "nett zu haben" ist und der Wiss. das Geld entzieht ... ja, sehe ich auch: Die Bedeutung internen Informationsmanagements für die Qualität von Wissenschaft wird m.E. vielfach unterschätzt.
Kommentar veröffentlichen
Vielen Dank für Ihre Anmerkungen oder Kommentare! Sie werden nach Freischaltung durch einen Administrator veröffentlicht.