In einem Interview in DIE ZEIT mit dem Vorstandsvorsitzenden der Post, Herr Appel, der dort als "post-heroisch" beschrieben wird, lese ich: "E-Mail findet fast gar nicht statt. Damit kann man einen Konzern nicht führen." Faszinierend. Fast unwirklich, wie aus einer anderen Welt, möchte man meinen. Vielleicht die Erkenntnis einer post-heroischen Führungskraft, vielleicht auch einfach Führung, die die Implikationen der digitalen Medien reflektiert.
In meiner Internet-Pause habe ich mir angewöhnt, E-Mails sehr verlangsamt zu konsumieren. Mein Ziel ist es, deutlich weniger per E-Mail zu kommunizieren. Ich habe meine Stud. gebeten, Fragen in den wöchentlichen Präsenzterminen der Lehrveranstaltungen anzusprechen, und mir hierzu möglichst keine Emails - oft schon Minuten nach Ende der Veranstaltung - per Email zuzusenden, die dann in, oft wenig ergiebigen online "Dialogen" enden, die sich über Tage hinweg ziehen können. Ich mache mir kleine Zettel, was ich mit Mitarbeitern besprechen möchte. Selten müssen Dinge sofort geklärt werden, selten erwarte ich sofortige Rückmeldungen. Selten können komplizierte Themen per Email geklärt werden.



2 Kommentare:
Das Abdrehen von Emails halte ich für eine äußerst bedenkliche Massnahme (zumal das bei VW auch nicht für alle Mitarbeiter gilt). Der Zugang zu Information und zum Informationsfluss ist für mich ein Grundrecht eines Mitarbeiters.
Generell bin ich der Ansicht, den Grad der Selbbestimmtheit bei Mitarbeitern zu erhöhen, sofern es organisational verträglich ist (erhöht aus meiner Sicht die Mitarbeiterzufriedenheit - und das interessiert auch den Betriebsrat). Dazu gehört auch der selbstbestimmte Umgang mit Information.
Aus Sicht des BR würde ich eher dort ansetzen, wo ich den Mitarbeiter den richtigen und effizienten Umgang mit Informationen lernen. Ich hab mal zu diesem Thema gebloggt: http://pr-blogger.de/2011/08/18/wie-sich-neulinge-social-media-aneignen/ Damals stand die Nutzung von Social Media im Mittelpunkt. Aber es scheint, mir, dass die meisten Menschen noch nicht einmal mit E-Mail richtig umgehen können.
Viele Grüße aus Graz,
ALexander Stocker
Es geht damit aus meiner Sicht ja eher um eine Balance von einerseits dem Zugang vor Information und andererseits dem Recht auf Freizeit und Erholung. Da finde ich es gut, wenn neue Wege der E-Mail Distribution erprobt werden.
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