14. März 2012

erneut: Neuauflage

Es gibt Vorhaben, die einfacher erscheinen, als sie sich in der Wirklichkeit herausstellen. Dazu gehört zweifelsohne das Projekt "Neuauflage" meines Buches "Multimediale und telemediale Lernumgebungen". Immer wieder hatten andere Projekte Vorrang vor der Fertigstellung der Neuauflage. Die Neuauflage belastete als unerledigtes Geschäft meinen Volitionsspeicher :-) Und nach 10 Jahren musste das Buch komplett (!) neu verfasst werden. Monografien gelten "im System" wenig, Aufwand und Wertschätzung stehen dort in keinem angemessenen Verhältniss. Und eine "Neuauflage" gilt erst recht wenig. Diese Geringschätzung von Monografien innerhalb des Mainstreams der Wiss. steht übrigens in einem deutlichen Kontrast zur "Aussenwirkung" des Buches, das - nach meinem Eindruck - sehr bekannt, viel gelesen und verbreitet ist. Es ist mir einfach ein inneres Bedürfniss, meine Gedanken und Erkenntnisse in einem umfassenderen Rahmen aufzuschreiben und anderen verfügbar zu machen; ganz egal, wie dies karierretechnisch zu bewerten ist.

Inhaltlich abgeschlossen war das Buch bereits vor Weihnachten und es begann das Reviewing - Danke an Kolleg/innen Joachim Wedekind, Mandy Rohs, Nadine Ojstersek und Annabell Preussler!  - und die Korrekturschleifen, am Lehrstuhl mit Ute Dill, und durch das Lektorat des Verlags. Bereits bei früheren Auflagen hatte mich das Lektorat des Oldenbourg Verlags sehr beeindruckt. Zunehmend wird heute aus Kostengründen auf ein professsionelles Lektorat verzichtet. Doch ich bin wieder beeindruckt von der Leistung der/des - mir unbekannten - Lektor/in. Enorm, was ein guter Lektor aus einem Text herausholt und wie viele Ungenauigkeiten und Inkonsistenzen in meiner Schreibung stecken. Ich habe manches gelernt, z.B. wann / welche Wörter man zusammenschreibt, wie Internetbrowser oder Onlinekonferenz (genauso wie Videokonferenz), manches wirkt für mich ungewohnt, auch wenn es richtig ist. Diese Durchläufe haben wieder einige Wochen gefordert. Aber ich froh darum. Und ja: Die Endfassung (wirklich?) habe ich heute dem Verlag gemailt. (Das Cover sieht hoffentlich NICHT so rosa aus, wie in dieser Ankündigung.) Mein Volitionsspeicher ist um einen Eintrag befreit, und ich kann mich anderen - ebenfalls sehr interessanten - Vorhaben zuwenden :-))








3. Februar 2012

Vorlesungen!

Auf der Tagung STUDIUM2020 haben wir (u.a.) die Ergebnisse unserer Untersuchung von Modulhandbüchern vorgetragen. In einer Totalerhebung in drei Bachelor-Fächergruppen an Universitäten (WiWi, Ing.wiss. und Ges.wiss) haben wir alle (online verfügbaren) Modulhandbücher ausgewertet. Zum ersten Mal können wir angeben, wie Module typischerweise in Deutschland aufgebaut sind.

Aus didaktischer Sicht bemerkenswert erscheint mir die Auswertung der Veranstaltungs- und Prüfungsformen: Die Hälfte aller (!) Lehrveranstaltungen werden als Vorlesungen ausgewiesen, mehr als zwei Drittel aller Prüfungen sind im Durchschnitt schriftliche Prüfungen. Erstaunlich! Und: Bedenklich, wie ich meine. Denn es gibt Studiengänge mit mehr als 80% Vorlesungen oder fast ausschließlich Klausuren. Das erscheint pädagogische kaum tragfähig, auch in großen Studiengängen. Kompetenzorientierung? Problemorientierung? Das wird sich so kaum so umsetzen lassen. Wir hoffen sehr, diese Daten weiter auswerten zu können, um die Studienrealität so weiter zu analysieren (s. Artikel).





1. Februar 2012

Kompetenzen im DQR

"Kompetenz" ist aktuell die zentrale Kategorie der Didaktik. Dennoch bleibt erstaunlich, wie wenig eindeutug der Begriff verwendet wird. Späestens seit gestern - wo der Deutsche Qualifikationsrahmen DQR ein weiteres Stück näher gerückt ist  - wird uns das Modell des DQR verstärkt beschäftigen (das seinerseits wiederum abweicht vom EQR, dem Europäischen Rahmen):

"Der DQR unterscheidet zwei Kompetenzkategorien: „Fachkompetenz“, unterteilt in „Wissen“ und „Fertigkeiten“, und „Personale Kompetenz“, unterteilt in „Sozialkompetenz
und Selbständigkeit“
(„Vier-Säulen-Struktur“). ... Methodenkompetenz wird als Querschnittskompetenz verstanden und findet deshalb in der
DQR-Matrix nicht eigens Erwähnung."

In dem Dokument wird zugleich der bereits 2005 beschlossene HQR für Hochschulen ausgeführt. Die Kompetenzen bei Hochschulabschlüssen werden hier beschrieben in den Kategorien "Wissen und Verstehen" sowie "Können (Wissenserschließung)".

Interessant die Ausführungen im Gutachten von P. Dehnbostel u.a. (2010), der insbesondere auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Anrechenbarkeit von Kompetenzen eingeht.