In einem Interview in DIE ZEIT mit dem Vorstandsvorsitzenden der Post, Herr Appel, der dort als "post-heroisch" beschrieben wird, lese ich: "E-Mail findet fast gar nicht statt. Damit kann man einen Konzern nicht führen." Faszinierend. Fast unwirklich, wie aus einer anderen Welt, möchte man meinen. Vielleicht die Erkenntnis einer post-heroischen Führungskraft, vielleicht auch einfach Führung, die die Implikationen der digitalen Medien reflektiert.
In meiner Internet-Pause habe ich mir angewöhnt, E-Mails sehr verlangsamt zu konsumieren. Mein Ziel ist es, deutlich weniger per E-Mail zu kommunizieren. Ich habe meine Stud. gebeten, Fragen in den wöchentlichen Präsenzterminen der Lehrveranstaltungen anzusprechen, und mir hierzu möglichst keine Emails - oft schon Minuten nach Ende der Veranstaltung - per Email zuzusenden, die dann in, oft wenig ergiebigen online "Dialogen" enden, die sich über Tage hinweg ziehen können. Ich mache mir kleine Zettel, was ich mit Mitarbeitern besprechen möchte. Selten müssen Dinge sofort geklärt werden, selten erwarte ich sofortige Rückmeldungen. Selten können komplizierte Themen per Email geklärt werden.



