3. Februar 2012

Vorlesungen!

Auf der Tagung STUDIUM2020 haben wir (u.a.) die Ergebnisse unserer Untersuchung von Modulhandbüchern vorgetragen. In einer Totalerhebung in drei Bachelor-Fächergruppen an Universitäten (WiWi, Ing.wiss. und Ges.wiss) haben wir alle (online verfügbaren) Modulhandbücher ausgewertet. Zum ersten Mal können wir angeben, wie Module typischerweise in Deutschland aufgebaut sind.

Aus didaktischer Sicht bemerkenswert erscheint mir die Auswertung der Veranstaltungs- und Prüfungsformen: Die Hälfte aller (!) Lehrveranstaltungen werden als Vorlesungen ausgewiesen, mehr als zwei Drittel aller Prüfungen sind im Durchschnitt schriftliche Prüfungen. Erstaunlich! Und: Bedenklich, wie ich meine. Denn es gibt Studiengänge mit mehr als 80% Vorlesungen oder fast ausschließlich Klausuren. Das erscheint pädagogische kaum tragfähig, auch in großen Studiengängen. Kompetenzorientierung? Problemorientierung? Das wird sich so kaum so umsetzen lassen. Wir hoffen sehr, diese Daten weiter auswerten zu können, um die Studienrealität so weiter zu analysieren (s. Artikel).





1. Februar 2012

Kompetenzen im DQR

"Kompetenz" ist aktuell die zentrale Kategorie der Didaktik. Dennoch bleibt erstaunlich, wie wenig eindeutug der Begriff verwendet wird. Späestens seit gestern - wo der Deutsche Qualifikationsrahmen DQR ein weiteres Stück näher gerückt ist  - wird uns das Modell des DQR verstärkt beschäftigen (das seinerseits wiederum abweicht vom EQR, dem Europäischen Rahmen):

"Der DQR unterscheidet zwei Kompetenzkategorien: „Fachkompetenz“, unterteilt in „Wissen“ und „Fertigkeiten“, und „Personale Kompetenz“, unterteilt in „Sozialkompetenz
und Selbständigkeit“
(„Vier-Säulen-Struktur“). ... Methodenkompetenz wird als Querschnittskompetenz verstanden und findet deshalb in der
DQR-Matrix nicht eigens Erwähnung."

In dem Dokument wird zugleich der bereits 2005 beschlossene HQR für Hochschulen ausgeführt. Die Kompetenzen bei Hochschulabschlüssen werden hier beschrieben in den Kategorien "Wissen und Verstehen" sowie "Können (Wissenserschließung)".

Interessant die Ausführungen im Gutachten von P. Dehnbostel u.a. (2010), der insbesondere auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Anrechenbarkeit von Kompetenzen eingeht.

30. Januar 2012

bring your own device & technological diversity

Gerade noch sprachen wir über iPad-Klassen oder Schulen, die ihre Schüler mit DELL-Laptops ausstatten. Bislang haben Schulen versucht, die IT ihrer Lehrer und Schüler zu kontrollieren.  An manchen Schulen (oder Hochschulen) ist es üblich, dass Lernende ein fest konfiguriertes Gerät mitbringen oder kaufen müssen. Und natürlich träumen die Hersteller davon, solche (Hoch-) Schulen für sich zu gewinnen. Ich fand das immer schon, nun ja, schwierig.

Geht das nicht auch anders? "Bring your own device" - heisst die Devise unseres neuen EU-Projektes SCHOOL-IT,  ein Android, iOS oder Blackbery, ein Windows-Laptop oder Linux-Netbook, alle Geräte sind alle gleichermaßen willkommen.  Wir arbeiten mit Schulen in Deutschland und den Niederlanden, um auszuprobieren, was das für Schule und den Unterricht bedeutet. Denn es soll um verschiedene Maßnahmen gehen, wie die Schulen dies für ihre pädagogische Arbeite nutzen können. Mandy Rohs hat über zentrale Aspekte bereits berichtet. Richard Heinen hat in mühsamer Kleinarbeit ein gutes Konsortium von Schulen und Wirtschaftspartnern zusammengebracht: Wir fangen mit vier Schulen an, zum Glück liegen diese alle in der Grenzregion D-NL und werden sich - auch FTF - austauschen und unterstützen können. Insgesamt werden 20 weitere Schulen hinzukommen und Unternehmen der Region, die in dem Vorhaben inkludiert sein werden.  Begleitet wird das Vorhaben vom kennisnet. Erstmals haben wir für die weitere Abwicklung auch die EU-Servicestelle der UDE eingebunden - angesichts der Komplexität des Vorhabens eine gute Voraussetzung, die mir schon einmal ein gutes Gefühl im Hinblick auf die Administration gibt.

Der "Vielfalt von Menschen" gerecht zu werden, heisst eben auch der Vielfalt von Geräten gerecht zu werden:
Mit SCHOOL-IT zu technological diversity in schools.